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Medienmitteilung der Regiopartner vom 13.03.2020

Abbauprodukte von Chlorothalonil im Grund- und Quellwasser

 

Das Oftringer Trinkwasser hat eine sehr gute Qualität und kann trotz nachgewiesenen Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln uneingeschränkt getrunken werden.

 

Das Oftringer Trinkwasser besteht aus Grund- und Quellwasser. Das Wasser aus allen Fassungen wurde auf Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte, sogenannte Metaboliten, untersucht. Für einige dieser Metaboliten sind die Messverfahren erst seit Kurzem verfügbar.

 

Neubeurteilung Chlorothalonil

Ende des letzten Jahres hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) alle Abbauprodukte von Chlorothalonil auf der Basis einer Neubeurteilung als relevant eingestuft. Der Einsatz des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil ist seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr zugelassen. Zudem wurde der Höchstwert für Abbauprodukte von Pflanzenschutz-mittel beim Trinkwasser auf 0.1 Mikrogramm pro Liter festgelegt.

 

Aktuelle Situation

Die Untersuchungsberichte von Januar bis März 2020 zeigen, dass bei fast allen Quellwasser-Proben keine Rückstände von relevanten Pflanzenschutzmitteln festgestellt wurden. Wo doch, wurde der Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter deutlich unterschritten. Die sieben Grund-wasserpumpwerke der vier Wasserversorger jedoch zeigen nachweisbare Abbauprodukte. Der Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter wird nur vom Metaboliten R471811 überschritten. Es wurden Werte von 0.17 bis 0.3 Mikrogramm pro Liter gemessen. Alda Breitenmoser, Leiterin Amt für Verbraucherschutz Kanton Aargau, sagt dazu: «Der Metabolit R471811 ist seit Jahr-zehnten im Trinkwasser diverser Versorger, dieser war bis vor Kurzem jedoch nicht bekannt und konnte somit auch nicht gemessen werden». Sie ergänzt: «Im Kanton Aargau sind vermut-lich viele Wasserfassungen von zu hohen R471811 Werten betroffen.» Durch das Verbot von Chlorothalonil wird die Konzentration dieses Metaboliten im Trinkwasser geringer. Wie lange dies dauern wird, ist noch unklar.

 

Wasser uneingeschränkt trinkbar

Das Abbauprodukt R471811 wurde von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) auf die toxikologischen Eigenschaften beurteilt. Alda Breitenmoser informiert dazu: «Basierend auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde es als relevant, aber nicht als krebserregend eingestuft.» «Somit», bestätigt Breitenmoser, «besteht durch Chloro-thalonil-Metaboliten keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung, so dass das Trinkwasser weiterhin uneingeschränkt getrunken werden kann.» Die Wasserqualität ist damit wie bisher immer noch sehr gut. Die Wasserversorger der Gemeinden Aarburg, Oftringen, Rothrist, Vordemwald und Zofingen setzen alles daran, die Höchstwerte für die Chlorothalonil-Abbau-produkte einzuhalten. Damit der Verlauf der Konzentration im Trinkwasser überwacht werden kann, wird die Qualität des Wassers aus allen Fassungen regelmässig überprüft. Die Wasser-versorger arbeiten mit dem Aargauer Amt für Verbraucherschutz (AVS) zusammen, um die Werte des Abbauprodukts zu reduzieren. «Im Moment», erläutert Breitenmoser, «gibt es noch kein praktikables und wirtschaftlich vertretbares Verfahren zur Entfernung von Chlorothalonil-Abbauprodukten.» Dank dem Verbot von Chlorothalonil wird die Konzentration der Metaboliten im Trinkwasser mit Sicherheit abnehmen.

 

 

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